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Am 02.05.2010 starteten Hans Peter und Christian Wünscher beim traditionellen Radmarathon in Mönchengladbach. Leider gingen in diesem Jahr nur ca. 100 Teilnehmer an den Start, weil die Wettervorhersage nicht gerade „Sonnenschein“ versprach.
Pünktlich um 6:30 Uhr wurde das Feld durch MG mit einem Begleitfahrzeug geführt, die momentanen Bedingungen gaben Grund zum Optimismus das Petrus ein Einsehen haben wird. Wir fuhren im geschlossen Feld mit und übernahmen hier und da auch mal die Führung um das Tempo in einem Staubwolke würdigen Bereich zu halten. Mittlerweile wurden wir von Regenschauern begleitet, was uns aber noch nicht schocken konnte. Unsere Strategie bestand darin, erst in den Bergen Attacken zu fahren um das Feld zu dezimieren. Nach 70 km kam der erste Anstieg 4-5 km lang (Schevenhütte) hier hielten sich Hans Peter und ich (Christian) noch bedeckt und kurbelten das moderate Tempo mit. Nach einem kleinen Flachstück und einer Abfahrt stand der 2. Anstieg des Tages in Mariawald auf dem Programm, hier setze ich mich an die Spitze und zog das Tempo an bis nur noch 5 von 80 Leuten in Sichtweite waren. Nun übernahm ein sehr starker Fahrer aus dem restlichen „Feld“ das Zepter und fuhr ca. 2 km eine bärenstarke Führung, so dass Hans Peter reißen lassen musste. Auch mir dolchte das Lakat unbarmherzig in den Beinen. Ich entschloss mich 2 Minuten später auf Hans Peter zu warten und wir beide gemeinsam hielten den 100m Abstand zur Spitze konstant. In der Zwischenzeit setzte immer mehr Regen ein. An der bald folgenden Verpflegungsstation hielt die Spitzengruppe an und wir fuhren weiter.
Nun waren wir auf uns alleine gestellt. Wir spekulierten würde die ehemalige Spitzengruppe ihr angeschlagenes Tempo durchziehen können, oder war das nur ein Strohfeuer? Es sollten ja noch 3 Anstiege folgen und falls die Gruppe uns wieder einholen würde, müssen wir noch genug Reserven haben um uns wieder bei denen reinzuhängen. Also hieß die Devise nicht „alles fahren“ aber die Verfolger auch nicht rankommen zu lassen. Wir teilten uns die Führungsarbeit, am Berg fuhr Hans Peter starke Führungen (so wie wir ihn kennen) und im Flachen so wie in der Abfahrt habe ich die Arbeit übernommen. Und zu unserem erstaunen war weit und breit nichts von starken Verfolgern zu sehen. Immer wieder sahen wir auf der Strecke Aachener Fahrer die wohl ihren Kollegen aus der Verfolgergruppe unterstützen wollten. Aber der Weg war noch lang und die Frage war, würde sich in unserem Rücken noch eine große Gruppe schlucken und uns stehen lassen. Aber es gab nur eine Devise kurbeln, beißen, Klappe halten und einfach Gas geben.
Und nun passierte zu dem schon ohnehin erschwerenden Regen noch etwas Unvorhersehbares. Wir fuhren an eine Kreuzung in einem Ort namens Breilich. Hans Peter war vorne und ich an seinem Hinterrad, plötzlich kam von links ein Auto und Hans Peter musste Bremsen nun kam was kommen musste wir küssten den Asphalt. Ich schlug mit dem Kopf und der Schulter auf, was mir eine Prellung und einen Tag später ein prächtiges blaues Auge sowie den Spott meiner Arbeitskollegen bescherte. Hans Peter hatte sich am Ellenbogen leicht verletzet. Nun war es für mich beruhigend das der Doc mir für den Rest der Tour keinen gelben Schein ausstelle und die erste Diagnose nur leichte Schrammen waren. Jetzt gab es kein halten mehr es zählte nur eins der Sieg, weil wir Stauwolken sind und an Hans Peter‘s Seite gibt man nicht auf. Also kämpften wir uns durch unbarmherzigen nicht enden wollenden strömenden Regen. Als wir auch noch Pfeile übersehen haben und wir einen Umweg in Kauf nehmen mussten verließ uns der Glaube als erstes in MG anzukommen.
Aber dank der hervorragenden Orientierung von Hans Peter gelang es uns wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Und ich muss meinen Dank an Hans Peter aussprechen, der die letzen 40-50 km 80% der Führungsarbeit geleistet hat. Die letzten 50 Kilometer kamen mir vor wie eine Ewigkeit wir sehnten uns beide nach der verdienten warmen Dusche und ein Stück Kuchen. Als wir endlich um 13:25 Uhr in MG im Ziel einliefen, konnte ich meinen Augen nicht trauen wir waren die ersten. Es war vollbracht nach 230 km und 2000 Hm mit max. 15% Steigung. Nun beschlich uns ein Gefühl des Glücks trotz der ganzen Eskapaden wie strömender Regen, leichte Krise am Berg, Sturz und dem gefahrenen Umweg gewonnen zu haben. Die 2 folgenden Fahrer kamen ca. 20 min. nach uns ins Ziel. Darunter befand sich auch der starke Tempofahrer von Mariawald. Aber uns bekommt man nicht so schnell klein, weil wir Sonntagsfahrer sind.
Für Hans Peter war es ein schöner Test für seine Transalp, wo er sicherlich mit seinem Partner auch ein gehöriges Wort um einen Platz auf dem Siegerpodest mitreden wird.
Dafür wünsche ich ihm viel Erfolg! Und ich freue mich schon auf Lüttich Bastogne Lüttich aber hoffentlich ohne Regen.
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